Folge #40 | Spielräume für Extremismus?
Shownotes
Wie zeigt sich islamistischer Antisemitismus in Gaming-Communities und inwiefern sind digitale Spieleplattformen längst auch Orte politischer und ideologischer Auseinandersetzungen und Rekrutierung? Darüber sprechen wir mit Constantin Winkler (Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung), der Einblicke in antisemitische Narrative islamistischer Akteur*innen in digitalen Spielekulturen gibt. Außerdem erklärt Mick Prinz von der Amadeu Antonio Stiftung, welche Ansätze aus der Präventionspraxis im Umgang mit Hass und Radikalisierung im Gaming helfen können – von Digital Streetwork bis Gegenrede in Communities.
Eine Folge über islamistischen Antisemitismus in digitalen Spielewelten, Plattformlogiken und die Frage, wie Prävention im Gaming gelingen kann.
Weiterführende Infos
Constantin Winkler https://constantinwinkler.de/
Projekt Good Gaming Support der Amadeu Antonio Stiftung https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/projekte/good-gaming-support/
Prinz, Mick (2026). Mehr Dampf für Steam. Wie wirksam sind Meldungen auf der Plattform https://www.belltower.news/good-gaming-support-mehr-dampf-fuer-steam-wie-wirksam-sind-meldungen-auf-der-plattform-165759/
Verbundprojekt RadiGaMe (Radikalisierung auf Gaming-Plattformen und Messenger-Diensten) https://www.radigame.de/
Meldestelle REspect! (Jugendstiftung Baden-Württemberg) https://respectimnetz.de/
Winkler, Constantin (2024). KN:IX Impuls #12 „WE RESPAWN IN JANNAH“ Zur islamistischen Aneignung digitaler Spielekultur“ https://violence-prevention-network.de/wp-content/uploads/2024/05/KNIX-Impuls-12.pdf
Winkler, Constantin (2023). Phänomene des Antisemitismus in digitalen Spielen und ihren Communitys. In: Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (Hg.). Wissen schafft Demokratie. Schwerpunkt Netzkulturen und Plattformpolitiken, Band 14. Jena, 78–89. https://www.idz-jena.de/fileadmin/userupload/PDFsWsD14/WEB-WsD-14-Netzkulturen-und-Plattformpolitiken.pdf
Im Podcast zu Gast:
Constantin Winkler ist Sozialwissenschaftler und forscht zu Antisemitismus und Radikalisierung in Communities digitaler Spiele. Er ist Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt RadiGaMe am Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF). Seine Schwerpunkte sind Antisemitismusforschung, Kultursoziologie und Kritische Theorie.
Mick Prinz hat Sozialwissenschaften und Sozialpolitik studiert. Seit 2017 arbeitet er im Digitalbereich der Amadeu Antonio Stiftung. 2020 -2024 leitete er dort das Projekt „Good Gaming – Well Played Democracy“, das sich mit Rassismus und Antisemitismus in Online-Games und digitalen Spielekulturen auseinandersetzte. Seit 2025 führt „Good Gaming Support“ diese Arbeit weiter.
Website: www.kn-ix.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Und das ist so, dass
00:00:02: die
00:00:03: islamistischen Akteure auch wenn sie in der Forschung zu Gaming-Communities sehr unterbeleuchtet sind im Prinzip alle Möglichkeiten nutzen.
00:00:11: Die andere radikalisierte Akteüre auch nutzen also die Erstellen Spiele, die erstellen Modifikationen, die benutzen diese Plattform und die nutzen auch Referenzen auf digitale Spielekultur.
00:00:23: Also die machen zum Beispiel Werbung mit Verweisen Ja, oder mit Memes sage ich mal.
00:00:31: Mit Gaming-Memes.
00:00:32: Also es gibt zum Beispiel vom sogenannten islamischen Staaten sehr bekannt das Meme.
00:00:38: was sagt this our call of duty and we respawn in Jannah.
00:01:11: Gemeinsam hosten wir den Podcast Knicks Talks bei der BRG Relics.
00:01:15: Gaming-Plattform sind längst mehr als Orte zum Spielen.
00:01:19: Sie sind soziale Treffpunkte, digitale Gemeinschaften und unöffentliche Räume im Netz.
00:01:24: Genau deshalb gratten sie auch in den Fokus extremistische AkteurInnen.
00:01:29: Wenn über Antisemitismus online gesprochen wird steht häufig der Rechtsextremismus im Mittelpunkt.
00:01:35: Doch auch islamistische AkteurInnen greifen antisemitische Narrative auf teilweise gezielt in Gaming-Communities und gamingnahen Räumen.
00:01:43: In dieser Folge schauen wir genauer hin, wie funktionieren antisemitische und extremistische Inhalte in digitalen Spielkulturen?
00:01:51: Welche Rolle spielen Plattform-, Communitydynamiken und Algorithmen?
00:01:56: Und warum wirkt Antisemitismus dabei oft als ideologisches Bindeglied?
00:02:00: Später in der Folge hören wir außerdem Mick Prinz von der Amadeu Antonio Stiftung.
00:02:05: Er gibt Einblicke in die Praxis und erklärt, mit welchen konkreten Strategien antisemitischen und extremistischen Inhalten in Gaming-Communities und auch gamingnahen Räumen begegnet werden kann.
00:02:14: Aber dazu spricht meine Kollegin erst einmal mit Konstantin Winkler vom Leibniz Institut für Friedens- und Konfliktforschung.
00:02:21: Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im Projekt Ready Game und forscht genau zu dem Thema der heutigen Folge zur Antisemitismus und Radikalisierung in Communities digitaler Spiele.
00:02:32: Konstantin, schön dass du da bist herzlich willkommen.
00:02:34: Ja vielen Dank für die Einladen!
00:02:36: Was würdest Du denn sagen?
00:02:38: Wie zeigt sich Antisemitismus konkret in Gaming-Communities und auch auf gamingnahen Plattformen?
00:02:45: also Würdest Du zum Beispiel sagen das es typische Narrative oder Feindbilder gibt, die dort regelmäßig auftauchen?
00:02:52: Man muss sagen, dass sich die Narrative und die ideologischen Versatzstücke gar nicht so sehr unterscheiden gegenüber anderen Räumen.
00:03:00: Also auch Offline-Räumen.
00:03:03: also wir finden eine Menge klassischen Antisemitismus der vor allem aus Stereotypisierung besteht.
00:03:11: Wir finden sehr viel postoire Antisemitism meistens in Form von Schuar, Leugnungen oder Relativierung auftritt.
00:03:21: Und wir finden – und das ist mit Abstand das meiste was wir vorfinden – Israel-Ebezogenen Antisemitismus.
00:03:29: Das ist ja auch wenig verwunderlich weil es die Befunde der übrigen zeitgenössischen Antisemitism Forschung sind eigentlich.
00:03:37: Allerdings zeigen sich diese Narrative in anderer Form im Gaming-Räumen.
00:03:45: Also es ist zum Beispiel so, dass antisemitische Spiele entworfen werden in denen entweder Jüdinnen und Juden zu bekämpfende Gegner sind oder in denen die Rolle von Antisemiten an eingenommen werden kann.
00:04:00: Es gibt, weil Spiele zu produzieren jetzt ja auch nicht so ganz Basal ist – auch die Möglichkeit das bestehende Spiel ja so verändert werden, dass diese Inhalte in sehr erfolgreiche Spiele... eingefügt werden.
00:04:16: und dann gibt es natürlich diesen ganzen Kosmos um das Spiel drumherum.
00:04:19: Also Gaming-Plattformen, das ist das was ich mir auch am meisten im Rahmen meiner Forschung angucke.
00:04:27: Und auf diesem Gaming-Platform wird natürlich kommuniziert.
00:04:29: also die User die dort antisemitische auffallen verpassen sich antisemitischer Avatare und Namen bilden Gruppen und Foren betreiben eine Menge Dog Whistling kommunizieren einfach über ihre antisemitischen Inhalte.
00:04:48: Gaming besteht ja nicht nur aus den Spielen an sich, sondern auch aus anderen Plattformen wie Discord-Serverns, Imageboards oder Modding-Communities.
00:04:55: Kurze Erklärung an dieser Stelle für Zuhörerinnen die nicht selbst im Gaming aktiv sind.
00:05:00: Modding bedeutet dass Spieler ein Videospiel verändern und erweitern zum Beispiel mit neuen Figuren, Karten, Waffen oder komplett neuen Spielmodi.
00:05:09: Diese selbstgemachten Inhalte können anschließend über Plattformen wie den Steam Workshop geteilt werden.
00:05:14: Eine Art App Store für Fan-Inhalte, in dem Spieler ihre Mods hochladen und andere sie mit einem Ticker runter laden und direkt im Spiel integrieren können.
00:05:23: Konstantin, welche Rolle spielen diese Infrastrukturen denn für extremistische Kommunikation?
00:05:28: Also wie nutzen extremistischen Akteurinnen denn diese Kanäle?
00:05:31: Also die spielen eine ganz zentrale Rolle.
00:05:35: User benutzen da so ziemlich jede Möglichkeit ihnen die Plattform bietet, um.
00:05:40: Ein ideologisches Aushängeschild zu haben also selbst in Gruppen in denen nichts passiert den wir beigetreten damit sie im eigenen Profil auftauchen und dann eben ein auffälliger antisemitischer Name dastehen kann.
00:05:54: es ist auch so dass diese Plattform Ja dann häufig dazu dienen.
00:05:59: zu einer Erstansprache sage ich mal, also man hat eine größere Plattform wie Steam.
00:06:03: Da passiert da ne erste Ansprache und dann werden User von dort per Links-und Einladung auf beispielsweise geschlossene Discord Server geholt und da kann dann eben noch radikaler agiert werden.
00:06:19: Wenn wir über Antisemitismus oder Extremismus in Gaming-Kontexten sprechen, du hast ja auch gerade schon einiges darüber erzählt, welche Phänomene dazu zu beobachten sind.
00:06:29: Stehen meistens eher rechtsextreme Akteurinnen im Fokus und in der Forschung wird ja oft auch von Brückennarrativen gesprochen.
00:06:36: Inwiefern könnte man dann sagen, dass antisemitische Narrative auch ein verbindendes Element unterschiedlicher extremistischer Ideologien sind?
00:06:45: Ja, ausgehend von meiner eigenen Arbeit zum Thema würde ich sagen es ist das zentrale Rückennarrativ.
00:06:52: Es ist tatsächlich so dass und ich würde sagen das unterscheidet sich beispielsweise unglaublich stark von der Offline-Welt.
00:06:59: Es isso dass viele rechtsextreme oder sehr offensichtlich rechtseextreme Akteure sind ja auf dem Plattform müssen die sich ja meistens nicht so verstecken.
00:07:09: also sie haben dann beispielsweise irgendwelche Accounts mit SS Bezug sich vernetzen mit islamistischen Akteuren über den geteilten Antisemitismus.
00:07:17: Es gibt auch ein paar andere Phänomene, die dazu dienen also vor allem Misogenie und Homofindlichkeit.
00:07:23: umso aber das Zentrale scheint schon der Geteilte Antisemitism zu sein.
00:07:29: Welche Rolle spielt denn speziell Antisemitismus für islamistische Akteurinnen in diesen digitalen Räumen und auf welche Weise wird er im Gaming nahen Kontexten spezifisch von diesen Akteuren verbreitet, normalisiert oder strategisch eingesetzt?
00:07:44: Also ich habe ja eingangs schon gesagt dass sich die Narrative jetzt... entlang dem Hangen, was man so aus der Antisemitismus Forschung kennt.
00:07:53: Man muss sagen das bei islamistischen Akteuren ein bisschen weniger Schwabezug hergestellt wird als es jetzt bei rechten Akteurn ist und noch stärker auf Israel bezogen wird.
00:08:07: Und das ist so dass Die islamistischen Akteure, auch wenn die in der Forschung zu Gaming-Communities sehr unterbeleuchtet sind.
00:08:16: Im Prinzip alle Möglichkeiten nutzen, die andere radikalisierte Akteüre auch nutzen also die Erstellen Spiele, die erstellen Modifikationen, sie benutzen diese Plattform und die nutzen auch Referenzen auf digitale Spielekultur.
00:08:30: Also die machen zum Beispiel Werbung mit Verweisen ja oder Mit Memes, sage ich mal mit Gaming Memes.
00:08:40: also es gibt zum Beispiel von sogenannten islamischen Staaten sehr bekannt das meme was sagt this ist our call of duty and we respawn in jana.
00:08:51: und also da wird da wird das ja dass der militärische konflikt sag ich mal wird anders spiel angelehnt wird vielleicht sogar gesagt du kannst hier das echte und auch vielleicht sogar das bessere Call of Duty erleben.
00:09:07: Und das Respawning ist eben, dass wieder beliebt werden im Spielkontext und meint in dem Fall den Eintritt ins Paradies!
00:09:18: Und es gibt auch Fälle, in denen sich diese Sachen tatsächlich in die Realität übertragen.
00:09:24: Also mir ist jetzt aus Deutschland keinen Fall bekannt, indem islamistische Akteure so stark mit Gaming-Communities in Verbindung gebracht wurden.
00:09:33: im Nachgang aber global gibt's das schon.
00:09:36: also es gibt zum Beispiel in Singapur den Fall zwei ja Jugendlicher die zu Messerattacken gegriffen haben, um Teil ihrer Discord-Community bleiben zu können und sich darin zu profilieren.
00:09:49: Ja spannend also wirklich diese Vernetzung auch zwischen online und offline Räumen dann tatsächlich?
00:09:55: Das heißt du würdest schon sagen dass islamistische Akteurinnen ja Räume und auch Gruppenstrukturen dann gezielt für Ideologisierung aber auch Rekrutierung nutzen oder?
00:10:06: Ja das würde ich schon sagen und es ist natürlich umstritten, inwieweit Gaming überhaupt erlaubt ist aus den islamistischen Perspektiven.
00:10:17: Aber es ist offensichtlich zur Ansprache auf jeden Fall geeignet und es gibt auch viele sogenannte DAWA Gruppen.
00:10:26: also es gibt schon viele Discord Channel in denen dann sich gegenseitig ideologisch geschult wird, in denen bestimmte Regeln vorherrschten.
00:10:38: Ganz häufig als erstes was man bemerkt ist dass es eine sehr strikte Geschlechtertrennung gibt meistens.
00:10:44: Ja also diese Räume werden auf jeden Fall zur Ideologisierung genutzt.
00:10:48: Du hattest gerade erwähnt das ja auch umstritten ist inwiefern dann im Gaming erlaubt ist da würde ich einmal gerne rückfragen.
00:10:54: also wird das dann auch online kritisch diskutiert sozusagen?
00:10:58: Also kann man da auch die Kritik daran beobachten.
00:11:01: Ja, es wird darüber diskutiert.
00:11:03: Es gibt verschiedene Abstufungen.
00:11:06: Manchmal sind gewisse Spiele okay in manchen Darstellungen zum Beispiel wenn sie nicht so stark westliche Narrative bedienen.
00:11:14: In vielen Fällen gilt aber einfach auch die komplette Nutzung von Spielen als Haram.
00:11:20: Aber das sind Aushandlungsprozesse.
00:11:22: also da gibt's keine einheitlichen Meinung zu...
00:11:27: Wenn wir jetzt heute vor allem über islamistischen Antisemitismus in digitalen Spielekulturen sprechen, was würdest du denn sagen?
00:11:33: Wie ist deine Einschätzung?
00:11:34: Handelt es sich dabei eher um einen Randphänomen oder wie ist da deine Perspektive darauf?
00:11:41: Das sind mal ein bisschen schwer einzuschätzen.
00:11:42: Weil man ganz ehrlich sagen muss dass wir in unserer Forschung natürlich... Wir haben keine Grundgesamtheit auf die wir gucken können.
00:11:49: Wir können nicht so und so viel Prozent der Gaming-Communitys sind jetzt islamystisch.
00:11:55: Aber was wir schon sagen können ist, dass es sehr häufig auftritt in unseren Daten.
00:12:01: Also wenn man sich radikalisiertes Material oder auch ich explizit mir antisemitische Material angucke, sehr viel islamistische Inhalte dabei sind... Man muss aber schon sagen das Rechtsextremismus also dieser Fokus auf Rechtseextremismus der in der Forschung existiert, der ist einerseits vielleicht unangemessen und liegt daran, dass ja auch ein eklatanter Wissensmangel existiert.
00:12:28: Auch bei den Forschenden zu Islamismus.
00:12:30: aber es ist schon so das in unseren Daten Rechtsextremismus doch den größeren Parteinnimmt als Islamismus.
00:12:38: Kannst du da ungefähr was zur Größenordnung sagen?
00:12:42: Ja, vielleicht grob gesagt eine Dritte der Inhalte die wir wirklich... politischen Strömung zuordnen können.
00:12:50: wir das gar nicht.
00:12:50: Gerade bei Antisemitismus kann man ganz häufig nicht sagen, ist der User rechtsextrem?
00:12:55: Ist er islamistisch?
00:12:57: Hängt ja vielleicht eine anti-imperialistische Linkenideologie an oder ist es doch einfach bürgerlich?
00:13:06: Das kann man heute gar nicht sagen.
00:13:08: aber da wo wir Rückschlüsse auf die weitere Ideologie der User ziehen können macht's ein Drittel der Inhalte aus.
00:13:17: Also ging über Rechtsextremismus jetzt zum Beispiel.
00:13:20: Und wenn wir jetzt auf islamistischen Antisemitismus schauen, wie ist denn deine Einschätzung?
00:13:24: Hat das ganze Thema seit dem siebten Oktober nochmal eine besondere Bedeutung bekommen?
00:13:28: hat sich da was geändert an den Dynamiken?
00:13:31: Ja definitiv also es gibt würde ich sagen keine Antisemitism.
00:13:36: Forschung die den siebten Oktober nicht berücksichtigen muss.
00:13:41: Also das ist nicht nur eine Zäsur für Jülen Juden gewesen, sondern für alle, die sich irgendwie mit Antisemitismus befassen.
00:13:48: und natürlich gibt es ein enormes Aufkommen dann auch im Zuge des Gaza-Konflikts an Israel überzogenem Antisemitismus und auch ein steigendes Verständnis für islamistische antisemitische Positionen und da durchaus im Gaming-Communitys Schulterstöße mit anderen ideologischen Gruppen auch vermehrt dann tatsächlich mit Personen der radikalen Linken, die sehr viel Verständnis dafür aufbringen, dass dieser anti-israelische Antisemitismus so geeistet wird.
00:14:22: Also die Anschlussfähigkeit islamistischer Narrative ist größer geworden.
00:14:27: Das würde ich sagen,
00:14:28: ja... Wenn du einen Wunsch frei hättest was müsste sich denn in Gaming-Communities bei Plattformbetreibern oder in der Präventionsarbeit ändern um extremistische Einflussversuche wirksamer einzudämmen?
00:14:39: im Gamingbereich?
00:14:41: Ja zur Präventionarbeit halte ich mich ein bisschen zurück da bin ich kein Experte.
00:14:46: Bei den Plattformen müsste sich einiges ändern.
00:14:48: Die müssten erstmal überhaupt eine Verantwortung dafür übernehmen.
00:14:52: Das tun sie nicht in der Regel.
00:14:54: Es ist jetzt vielleicht auch ein bisschen unfair so da hergesagt, weil es gibt natürlich Plattformen die daran stärker interessiert sind als andere und es gibt auch Fringe-Plattformen wo vorm Vornherein klar ist dass sich dann nur radikalisierte Akteure treffen wo jetzt nicht also ohnehin nicht zu erwarten ist das sich daran was ändert.
00:15:13: Aber bei zum Beispiel so einer riesen Gaming-Plattform wie Steam, wo irgendwie zweiundvierzig Millionen User gleichzeitig online sind ist quasi keinerlei Moderationsbemühungen zu erkennen in keine Richtung.
00:15:25: Und Steam tut sich schwer damit Zahlen rauszugeben oder überhaupt mit irgendwem zusammenzuarbeiten, sei es mit Prävention, sei das mit Wissenschaft.
00:15:34: Die letzten Zahlen die ich kenne sind dass sie vierundzwanzig Moderatorinnen haben von denen die Hälfte ehrenamtlich beschäftigt ist.
00:15:42: Da kann man jetzt nicht davon sprechen, dass es ein ernsthaftes Interesse daran gibt irgendwie einen Umgang mit diesen Inhalten zu finden.
00:15:50: Und das ist auch so, wenn gemeldet wird und natürlich müssen die User das weiterhin machen.
00:15:56: also man sollte diese Inhalt melden.
00:15:59: aber man kommt natürlich erstens sehr schwer hinterher und es ist auch äußerst frustrierend weil die Plattformen in der Regel wenn sie reagieren nach ein paar Wochen der automatisierte Antwort schicken, dass kein Problem erkennbar ist mit dem Inhalt.
00:16:13: Das kann sicherlich auch daran liegen das die Moderatorinnen nicht richtig geschult sind und viele Sachen vielleicht auch gar nicht erkennen gerade bei so einem Chameleon wie Antisemitismus wo ja das schon ja auch ein bisschen wissen zur Thematik voraussitzt den überhaupt zu erkennen.
00:16:30: in vielen Fällen allerdings muss man aussagen weil so schlecht moderiert wird treten die Sachen teilweise sehr offen auf.
00:16:37: Also da können Vernichtungswünsche sehr offen geäußert werden und müssen gar nicht mehr so stark versteckt werden, und trotzdem wären sie nicht
00:16:44: gelöscht.".
00:16:45: Das müsste sich natürlich ändern seitens der Plattform.
00:16:49: Ich bin nicht so guter Dinge dass es das wird.
00:16:51: also ich glaube Es gibt momentan zu wenig Anreiz für die Plattformen daran irgendwas zu ändern.
00:16:59: Die haben häufig monetäre Interessen, die eher dafür sorgen dass sie einer aus ihrer Sicht liberale Plattformstruktur haben wollen wo jeder äußern kann was er will.
00:17:09: Da wird dann meines Erachtens nicht mit bedacht das auch Leute weg bleiben weil sich dem nicht die ganze Zeit aussetzen wollen.
00:17:16: Eher positives Beispiel wäre zum Beispiel Discord sind zwar auch nicht in der Lage alles zu löschen und mitzubekommen, weil die Server ja auch selbstverweitet werden von den Usern.
00:17:30: Das ist gut so dass es so ist.
00:17:32: dafür ist dieses Tool da.
00:17:34: aber die versuchen schon auf der einen Seite gegen rechtsextreme und auch gegen islamistische Inhalte immer mal wieder vorzugehen.
00:17:45: das funktioniert auch ganz gut, also es gibt immer mal wieder Löschwellen beispielsweise.
00:17:51: Das führt dann auch dazu dass Akteure der Plattform fernbleiben.
00:17:56: Also es gab in der Vergangenheit mehrere rechtsextreme Discord-Server die beispielsweise auch so was wie Gaming Veranstaltungen gemacht haben dann einmal wöchentlich oder so und Dann irgendwann von Loschwellen betroffen waren.
00:18:13: also sowohl deren Accounts als auch deren Server wurden gelöscht.
00:18:16: Und daraufhin haben die sich in Telegram Strukturen zurückgezogen und haben dann Aussagen darüber getätigt, dass jetzt bitte alle Discord verlassen sollen weil es nicht geeignet ist für die nationale Sache beispielsweise.
00:18:34: Und hinzu kommt das die Plattform entgegen zu Steam beispielsweise immer wieder bemüht ist, mit Expertinnen aus dem Bereich zu reden.
00:18:45: Also vor allem mit Präventionsakteuren weiß ich wird viel gesprochen und Discord öffnet sich beispielsweise auch der Forschung.
00:18:54: das ist best ihm nicht der Fall Ja und seitens der Communities muss man sagen die müssten stärker intervenieren weil ich glaube dass diese ja sowas wie Gegenrede oder so am meisten Erfolg verspricht und die Communities im Gegensatz zu den Plattformen, auf denen man sich nicht verlassen kann ja wirklich die Möglichkeit haben.
00:19:16: Ja Leuten zu sagen dass es nicht in Ordnung ist womit man hier konfrontiert wird.
00:19:22: Kann natürlich trotzdem auch verstehen das da nicht jeder Lust drauf hat weil man macht sich selbst zur Zielscheibe in dem Moment je nachdem wie die Hegemonien verteilt sind gerade bei Antisemitismus zum Beispiel Jetzt nicht vorher gesagt, dass man eine Menge Zuspruch mit seiner Gegenrede erhält.
00:19:40: Und die User sind teilweise auch... und ich würde sagen das ist auch was, was explizit mit Gaming-Communities zusammenhängt.
00:19:49: Sie sind auch ein bisschen dünn heute manchmal.
00:19:52: Und zwar nicht im Sinne von den Beleidigungen, die da ausgetauscht werden sondern gerade im Umgang damit, dass sie sagen Das ist doch okay!
00:20:00: Das gehört zu unserer Kultur.
00:20:02: Das ist Teil der Gaming-Kultur Und wenn du das nicht abkannst, dann musst du halt diese Kultur verlassen.
00:20:09: Wenn jetzt Leute aus der Prävention oder aus der Forschung darüber sprechen, wird sehr schnell gesagt wir machen eine neue Killerspieldebatte auf und wir haben alle sowieso keine Ahnung von dem Thema und es gibt offensichtlich... in großen Teilen der Gaming-Communitys nicht das Bedürfnis, sich mit den eigenen Verfehlungen auseinanderzusetzen.
00:20:31: Es wird so getan als wäre es dann ein politikfreier Raum was natürlich nicht ist solange diese Inhalte da bestehen können.
00:20:37: man muss aber fairerweise auch sagen es gibt eine Menge Bestrebung dagegen.
00:20:41: also bei den Communities kann man tatsächlich beobachten dass es Leute mit einem Interesse daran gibt dass sich die Verhältnisse ändern im Gegensatz zu dem Plattformen.
00:20:52: Du hast ja gerade gesagt, dass ein überwiegender Teil der Anmieter oder der Plattformen eher keine Eigenmotivation hat diese Inhalte einzudämmen.
00:21:01: Gibt es dann irgendwelche gesetzlichen Bestrebungen den antisemitischen oder extremistischen Inhalten Einhalt zu gebieten?
00:21:08: Ja das sind im Prinzip die sich auch an soziale Netzwerke richten.
00:21:14: also was wieder digital services zb.
00:21:18: man muss aber sagen dass die gaming platform da offensichtlich weitestgehend rausfallen.
00:21:23: zumindest werden sie nicht wahrgenommen als soziale netzwerke selbst wenn es von der größe her angemessen wäre und auch von von der art der nutzung.
00:21:33: Aber es passiert nicht viel.
00:21:35: Ich meine, das ist sowieso ein Problem mit Internet-Kommunikationen.
00:21:40: Es wird immer so häufig gesagt ja als Internet kein rechtsfreier Raum.
00:21:43: Das wissen inzwischen auch alle aber es ist offensichtlich einen recht durchsetzungsfreien Raum.
00:21:50: also es gibt keine Möglichkeit dass Sachen geahndet werden.
00:21:54: Also wir haben natürlich in unserer Forschung auch gelegentlich Interviews mit Sicherheitsbehörden geführt und so weiter die sagen, ihr könnt diese Sachen schon zur Anzeige bringen und natürlich ist eine Volksverhetzung im Internet auch eine Volks-Verhetzung wie offline.
00:22:12: Aber wir haben gar nicht die Kapazitäten dem nachzugehen und deswegen werden diese Sachen auch nicht geprüft und es wird sich teilweise sogar erbeten solche Dinge nicht zu Anzeigen zu bringen weil man sie ja sonst verfolgen müsste und man aber gar nicht weiß wie man damit umgehen soll.
00:22:27: Und es kann ja auch in vielen Fällen gar nicht gesagt werden, wo die User sitzen.
00:22:31: Also das Internationalitätsproblem bleibt auf jeden Fall bestehen so.
00:22:35: Wir wissen in vielen fällen nicht ob ein User wirklich aus Deutschland kommt weil teilweise auf dem Plattform auch eine Art Rollenspiel in der Kommunikation betrieben wird.
00:22:47: also gerade antisemitische Akteure geben sich sehr häufig Deutschland als Herkunftsland Aber nichts in ihrer Kommunikation weiß darauf hin, dass sie wirklich deutsche sind sondern es ist um eine Person auszubilden.
00:23:03: Also wenn sich jemand SS Hauptsturmführer nennt dann sagt er der kommt aus Deutschland.
00:23:11: das ist meistens wahrscheinlich nicht der Fall und es gibt auch... Auf der anderen Seite einen Haufen Accounts, die sich Hassanas Ralla nennen und irgendwie den Libanon als Herkunftsland angeben.
00:23:23: Auch das wird nicht der Fall sein an dem meisten Fällen.
00:23:26: Zum Abschluss gibt es noch etwas zum Themenfeld islamistischer Antisemitismus in digitalen Spielekulturen?
00:23:32: Dass dir eine öffentliche Debatte vielleicht zu kurz kommt oder dass du unseren Hörerinnen noch mitgeben möchtest.
00:23:37: Ich würde mir wünschen, dass es mehr Möglichkeiten gibt darüber vernünftig zu sprechen Und ich würde sagen, so ein Podcast ist ja auf jeden Fall eine Einladung dazu und dass sich dem Thema auch wirklich angenährt werden kann.
00:23:54: Ich habe den Eindruck es besteht schon so ne Sorge überhaupt darüber zu sprechen um nicht selber auszugrenzen.
00:24:02: in gewissen Kreisen also auch durchaus was mir unter wissenschaftlichen Kolleginnen immer wieder begegnet das auch mir beispielsweise gesagt wird dass ich meine Karriere schädigen würde oder dass man sich damit ja nur in die Nesseln setzt und das Leute damit nicht zu tun haben wollen.
00:24:22: Also, ich würde mir wünschen, dass man dieses Thema thematisieren kann überhaupt ohne dafür angefeindet zu werden.
00:24:30: Und ich würd mir wünschten, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung darüber stattfindet und die eigen Wertigkeit dieser Phänomene halt wahrgenommen wird und ernst genommen wird.
00:24:41: Ja, sich auch Personen jetzt vielleicht nicht unmittelbar zu diesem Themenfeld arbeiten, sich damit mal auseinandersetzen.
00:24:49: Ja umso wichtiger dass wir heute mit dir über dieses Thema sprechen konnten.
00:24:53: Danke dir das du hier warst und für das Gespräch.
00:24:55: Vielen Dank, dass ich hier sein durfte!
00:25:03: Zu der Frage wie antisemitischen und extremistische Inhalten in Gaming-Communities und Gaming-Nahenräumen ganz konkret begegnet werden kann... haben wir mit Mick Prinz gesprochen.
00:25:13: Mit Prinz arbeitet seit fast zehn Jahren im Digitalbereich der Amadeo-Antonio Stiftung.
00:25:18: Zwar Jahrzehnt bis zum Jahr zwanzig leitet er dort das Projekt Good Gaming Well Played Democracy, dass sich mit Rassismus und Antisemitismus in Online Games und digitalen Spiegelkulturen auseinandersetzte.
00:25:30: Seit dem Jahr zwentzwanzig führt Good Gaming Support diese Arbeit weiter.
00:25:33: Jetzt ist natürlich die Frage wie man den Problemen im Gaming begegnen kann?
00:25:37: Wie kann Prävention im Gaming Kontext nicht aussehen?
00:25:40: Und wir von dem Projekt Good Gaming, der Amadeo-Antonio-Stiftung haben da in den letzten Jahren einiges probiert.
00:25:46: Wir haben beispielsweise Digital Street Work geleistet auf unterschiedlichsten Gaming-Plattformen, haben dann im Profil gegründet und sie auch als pädagogische Profile gekennzeichnet und waren da ansprechbar für Menschen die sich in Radikalisierungsspiralen aufhalten aber auch für Menschen, die angefeindet und angegriffen werden.
00:26:03: Das heißt, wir haben uns mit Profilen in verschiedenen Twitch Chats bewegt und haben da viel über politische Themen diskutiert, haben auf Discord-Servern mit verschiedenen Communities gesprochen oder haben eben auch individuell mit einzelnen Gamer in verschiedene Fragen behandelt.
00:26:19: Was wir auch gemacht haben in den letzten Jahren ist dass wir sehr viele Weiterbildungen und Workshops durchgeführt haben für unterschiedlichste Akteurinnen in Gamingwelten das heißt für eSportlerInnen InfluencerInnen aber auch ganz viel mit SozialarbeiterInnen und Pädagoginnen die sich teilweise noch gar nicht so gut mit dem ganzen Thema Gaming auskennen.
00:26:36: Hier braucht es viel mehr Wissen, um eben auch Radikalisierung zu erkennen aber eben auch, um der Frage nachzugehen wie kann ich denn überhaupt mit einer jungen Zielgruppe über genau diese Themen sprechen?
00:26:46: Und idealerweise mache ich das dann eben so dass sich nicht mit Verbotskäuen oder nur negativen Emotionen an das ganze Thema herangeht sondern dass ich möglichst differenziert an das Thema heran gehe Dass ich über die Schattenseiten der Gaming-Communitys spreche Aber eben auch über die viel positiven Aspekte.
00:27:01: Nur so kann man eben Vertrauen aufbauen, nur so kann man Beziehungsarbeit leisten und eben halt auch mit Jugendlichen über diese problematischen Aspekte von Gaming-Welden sprechen.
00:27:11: Was wir auch gerade durchführen ist dass wir eine Beratungseite eingeführt haben für Betroffene von Hass im Gaming Und hier merken wir auch das sich sehr viele unterschiedlichste Akteurinnen an uns wenden um mit uns eben über das Thema Hass im gaming zu sprechen.
00:27:24: was aber auch ganz wichtig ist und das ist etwas was jeder und jede Gamerin einfach da draußen machen kann ist, dass man über die verschiedenen Formen von digitaler Zivilrauschen nachdenkt.
00:27:33: Dass man darüber spricht wie man beispielsweise problematische Inhalte auf den Gaming-Plattform selbst aber auch auf externen Meldeseiten wie beispielsweise der Meldestelle Respekt oder auch den Landesmedienanstalten melden kann wo das Ganze meistens eine ganze Stärke oder einen stärkeren Impact hat und eine größere Wirkung entfalten kann.
00:27:52: Was wir auch machen, ist dass wir darüber sprechen wie Gegenrede funktionieren kann.
00:27:56: Wann Gegenreden funktionieren können und wie man auch eine Haltung in digitale Räume bringen kann.
00:28:00: Und hier reicht es häufig auch wenn man eben Menschenfeindlichkeit anspricht Wenn man sagt hey das ist eine Äußerung mit der gehe ich nicht mit.
00:28:07: Ich finde nicht in Ordnung dass du sie ja äußerst und wichtig ist dann eben nicht die Finger oder die Füße still zu halten sondern sich nebenvor und eben auch hinter Betroffene zu stellen Die angefeindet werden.
00:28:18: Gleichzeitig ist es auch sehr wichtig, dass Pädagoginnen das Thema Gaming ernst daneben.
00:28:21: Beispielsweise Serious Games in den Unterricht einbauen oder halt eben mit ihren SchülerInnen über die Erfragung sprechen, die sie da draußen so machen.
00:28:29: Außerdem haben wir mit ihnen darüber gesprochen welche Ansätze in der Praxis tatsächlich bei Jugendlichen ankommen zum Beispiel Digital Street Work auf Gaming Plattformen.
00:28:38: denn wir haben uns gefragt wie groß ist das Interesse am Austausch und Integration überhaupt?
00:28:44: Wir haben dann eben verschiedenste pädagogische ansätze in den letzten jahren erprobt und ausprobiert.
00:28:49: Und auf unterschiedlichsten oder in unterschiedlichen bereichen der gaming wird angewandt.
00:28:54: wir beispielsweise mit spiemalinen mit influencer in gearbeitet und hatten da verschiedene austauschformate, Da haben wir gemerkt, dass wird sehr gut angenommen.
00:29:02: Wenn wir beispielsweise unsere Expertise in Streams einbauen durch kleine Rennprozze oder auch indem wir gemeinsam zocken und dabei über politische Themen sprechen.
00:29:10: da hat mir das Gefühl damit erreichen wir extrem viele Jugendliche während unser Beratungsansatz so das war ein anderes pädagogisches Konzept was wir ja auch aktuell digital verfolgen wo wir merken dass wir damals eben auch nochmal gerne eine ganz andere Zielgruppe erreichen.
00:29:23: hier merken wir Also wohl Influencer, aber auch Spieleentwicklerinnen und einzelne GamerInnen oder ganze Discord-Server und ihre Moderationsteams an uns wenden.
00:29:33: Da merken wir auch, da gibt es einen sehr starken Austauschbedarf.
00:29:36: also den Ansatz, den wir aktuell fahren der Beratungsansatz, der wird sehr gut angenommen müssen wir sagen Und in der Vergangenheit hatten wir eben auch das Konzept des Digital Streetworks also dass wir ich sage mal klassische Sozialarbeit im digitalen Raum anbieten und da haben wir gemerkt, das funktioniert an einigen Stellen Ganz gut, an anderen eher weniger.
00:29:56: Beispielsweise auf Steam haben wir gemerkt da waren die User in einem jüngerer Wachsener einfach nicht so offen mit uns eben über diese verschiedensten politischen Fragestellungen auch zu sprechen.
00:30:07: Wichtiger Ansatz des Digital Streetworks ist immer eine Freiwilligkeit und eine Offenheit.
00:30:10: das heißt da mussten wir mal gucken was kommt von unseren Gegenübern und da kam oft einfach gar nicht so viel.
00:30:16: Anders sah es beispielsweise in einigen Twitch-Streams aus oder auch in einiges Subwaytids und Discord-Servant, aber das variierte sehr stark.
00:30:22: Das heißt wir haben auf allen Gaming-Plattformen eine sehr gute Erfahrung gemacht.
00:30:26: an anderen Stellen auf dieser Plattform.
00:30:27: Beispielsweise in anderen Subwayttes oder in anderen Twitch-Dreams haben wir aber auch gemerkt dass da das Interesse nicht so groß ist.
00:30:33: Das heisst das Wichtige bei diesen pädagogischen Konzepten ist, dass man sich nicht nur die richtige Plattform aussucht sondern eben auch schaut wo auf der Plattform gibt es eine Zielgruppe die ich erreichen kann?
00:30:43: Wo braucht es vielleicht auch mehr... Austausch mit bestehenden Strukturen, wo braucht es vielleicht auch irgendwie Austausche mit zusätzlichen Content-CreatorInnen oder im Gaming etablierten Akteurinnen.
00:30:53: Das hilft extrem um auf diesen Plattformen den Fuß in die Tür zu kriegen.
00:30:57: aber ja hier muss man wirklich sagen da haben wir unterschiedlichste Erfahrungen mit Digital Streetwork auf dem Gaming-Plattform gemacht haben aber gemerkt dass ein grundsätzliches Interesse an vielen Orten in der Gaming-Welt auf jeden Fall vorhanden ist auch über unterschiedliche pädagogische Konzepte und auch gesellschaftliche Themen eben zu sprechen.
00:31:18: Diese Folge hat gezeigt, Antisemitismus in Gaming-Räumen ist kein Randphänomen und auch nicht ausschließlich im Rechtsextremismus relevant.
00:31:26: Antisemitische Narrative funktionieren häufig als verbindendes Element zwischen unterschiedlichen extremistischen Ideologien und sind deshalb auch in islamistischem Kontext präsent.
00:31:35: Deutlich geworden ist außerdem wie wichtig es ist mehr Räume für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Antisemitism zu schaffen gerade auch in digitalen Spielekulturen & Gaming Communities Denn nur, wenn das Thema sichtbar gemacht und offen besprochen wird können Präventionsansätze überhaupt greifen.
00:31:50: Und nicht zuletzt Zeit sich Plattformen und Anbieter müssen mehr Verantwortung übernehmen und stärker gegen extremistische Inhalte und Dynamiken in Gaming-Räumen vorgehen.
00:32:00: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten
00:32:01: Mal!
00:32:10: Knicks Connect wird umgesetzt von ufuk.de,
00:32:18: Modus ZAD,
00:32:19: Modos Zentrum für
00:32:20: angewandte Radikalisierungsforschung,
00:32:23: IFAK-Verein für Multikulturelle Kinder und Jugendhilfe
00:32:25: Migrationsarbeit
00:32:27: und der Bundesarbeitsgemeinschaft Religiös
00:32:29: Begründete Extremismus – kurz BAG-Relax.
00:32:33: Alle Träger werden im Rahmen von Knicks
00:32:34: connect
00:32:35: durch das Bundesprogramm
00:32:36: Demokratie Leben
00:32:37: des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
00:32:43: Weitere Förderung erhalten wir von der Landeskommission
00:32:45: Berlin gegen Gewalt.
00:32:47: Der Podcast stellt keine Meinungsäußerungen des
00:32:49: BEMB,
00:32:50: FSAFJ,
00:32:51: des BAFTSA oder der weiteren
00:32:52: Mittelgeber dar.
00:32:53: Für inhaltliche Aussagen und Meinungs Äußerung
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